Weltüberlastungstag

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Am 29. Juli war der globale Earth Overshoot Day (Weltüberlastungstag oder Erderschöpfungstag) für das Jahr 2019. Früher denn je. Heute haben wir die Ressourcen aufgebraucht, die unser Planet innerhalb des Jahres wieder erneuern kann. Bereits nach 7 Monaten haben wir weltweit das Budget an CO2-Ausstoß, Abholzung, Fischfang, landwirtschaftliche Flächen, fossilen Ressourcen usw. aufgebraucht und damit eine gefährliche rote Linie überschritten. Unser ökologischer Fußabdruck ist weit größer als die sogenannte Biokapazität, also die Regenerationsfähigkeit, der Erde. Wir leben über unsere Verhältnisse.

Dieses Datum ist beispielhaft für unseren verschwenderischen Lebensstil und unsere ausbeuterische Wirtschaftsweise. In Deutschland lag der Weltüberlastungstag bereits auf dem 3. Mai; wir leben auf Kosten von 3,2 Erden. Wir tragen also besondere Verantwortung, das Datum zu verschieben, sodass es irgendwann mindestens beim 31.12. liegt. Mit unserem Lebensstil müssen wir auf „Nettonull“ kommen. Das heißt, dass wir eben nicht mehr verbrauchen, als die Erde durch natürliche Prozesse auffangen kann. Gerade bei Treibhausgasemissionen ist das angesichts der enormen Dringlichkeit der Klimakrise sehr schnell notwendig. Wenn man die globale CO2-Kurve betrachtet, geht sie steil nach oben. Da wir bis 2050 global auf Nettonull sein müssen, um eine realistische Chance zu haben, die Erderhitzung auf 1,5 °C zu begrenzen, muss diese Kurve steil nach unten gehen. Und zwar ab JETZT SOFORT!

Da wir als Industrieland besondere Verantwortung tragen, sollten wir schon früher auf Nettonull Treibhausgasemissionen sein. Das bedeutet drastische Reduktionen durch eine schnelle Energiewende, eine Agrarwende und eine Mobilitätswende. Und die großen Veränderungen schaffen wir nur durch gesellschaftliche Veränderungen, durch alternative Lebensstile und durch eine neue Ausrichtung von wirtschaftlichen Werten. Wir brauchen ein Klimaschutzgesetz in Deutschland: Wir brauchen einen schnellen Kohleausstieg, noch vor 2038. Wir brauchen eine CO2-Besteuerung, die wirklich etwas bringt und einen angemessenen Preis trägt. Wir brauchen den Stopp von Subventionen von fossilen Energieträgern. Wir bräuchten eine planetenverträgliche Landwirtschaft. All das hilft, das Datum des Weltüberlastungstages nach hinten zu verschieben – Stück für Stück in Richtung 31.12. Und das können wir nur gemeinsam schaffen, weltweit. Finde Gleichgesinnte hier: https://greenwire.greenpeace.de/fuer-den-klimaschutz

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